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Bitte updaten auf Release 6 für Simulator005 (7 Oktober 2002)

Nach längerer Wartezeit ist nun ein neuerer Release von Simulator005 verfügbar geworden. Die spürbarste Neuerung ist ein wesentlich verbesserter Algorithmus zur Vorhersage der Simulationsdauer. Zu dieser Verbesserung trugen die bisher eingegangenen Simulationsergebnisse maßgeblich bei. Ein vor wenigen Tagen entdeckter Programmierfehler, der bei manchen Rechenaufträgen einen Teil des biologischen Modells betraf, wurde ebenfalls beseitigt, wie auch ein paar weitere Kleinigkeiten. Für alle weiteren Simulationen sollte daher unbedingt upgedated werden.

Auf Neuerungen wie eine graphische Benutzeroberfläche, komfortable Verwaltung der Preferences oder vollautomatischen Austausch der run und results-Dateien wird aber noch länger zu warten sein, da dafür ein gründlicher Umbau des Systems erforderlich ist.


Helfen Sie mit bei der Erforschung von genetischen Ursachen für das Artensterben, indem Sie den evolution@home Simulator für Windows und MacOS auf Ihrem Rechner im Hintergrund laufen lassen.

Ihnen liegen die bedrohten Arten am Herzen? Sie interessieren sich ganz allgemein für die Evolution des Lebens auf der Erde? Sie sind ein Spezialist für die Evolution von Sex? Dann werden Sie den neuen Simulator von evolution@home herunterladen wollen. Damit können Sie auf Ihrem Computer sinnvolle Evolutionsforschung betreiben, während Sie Kaffee trinken oder das Wochenende genießen.

Dieser erste Simulator knöpft sich ein Problem aus der Populationsgenetik vor: Mullers Ratsche in asexuellen Populationen. Im Wesentlichen beschreibt die Ratsche die zufällige Ansammlung geringfügig nachteiliger Mutationen im Erbgut über lange Zeiträume. Wenn das in einer Art passiert, dann kann sein, daß sie ausstirbt, und zwar nicht aus ökologischen, sondern aus genetischen Gründen: Die fittesten Individuen, die diese Art dann noch hat werden von immer mehr geringfügig nachteiligen Mutationen durchsetzt. Das ist zwar harmlos, solange es noch wenige solcher Mutationen gibt, wird aber höchst gefährlich, wenn solche Mutationen sehr häufig werden. Natürlich klickt Mullers Ratsche nicht überall (jeder Klick entspricht dem Velust des jeweils fittesten Individuums).

Evolutionsgenetiker versuchen seit mehr als 25 Jahren vorherzusagen, wie schnell Mullers Ratsche klickt, um so die langfristigen Folgen abzusehen. Dabei hat sich gezeigt, daß eine umfassende Lösung für dieses Problem schwer zu finden ist, auch wenn einige Vorhersagen mit hinreichender Genauigkeit gemacht werden können. In vielen Fällen ist jedoch immer noch schwer absehbar, wie sich die Ratsche verhalten wird.

Und hier kommt der aktuelle Simulator ins Spiel: Durch systematisches Absuchen  möglicher Ausgangssituationen wird unser Verständnis für Mullers Ratsche zunehmen. Schlußendlich wird dadurch eine Datenbank von Simulationsergebnissen erzeugt, die tausende von Jahren Rechenzeit wert ist. Das wird Biologen helfen, einfach die Folgen von Mullers Ratsche für die Organismen vorherzusagen, mit denen sie täglich arbeiten - ohne alle technischen Details zu verstehen. Theoretiker werden diese Datenbank nützen können, um bessere Vorhersagen für die Ratsche zu entwickeln, indem sie ihre Theorien mit den vorhandenen Simulationsergebnissen vergleichen können. Außerdem wird es durch Vergleiche dieser Datenbank mit den typischen Eigenschaften heutiger Lebewesen möglich, abzuschätzen, welche Rolle der evolutionäre Zerfall von Genomen (genomic decay) durch Mullers Ratsche bei dem beobachteten Artensterben spielt. Nicht unwichtig, wenn man dagegen kämpfen will.

Der aktuelle Simulator ermöglicht es Ihnen, an diesem Abenteuer teilzunehmen, wenn Sie dazu bereit sind, mit der manuellen Version zu arbeiten. Da der Start des Projekts bislang wichtiger war als seine vollständige Automatisierung, ist der Simulator momentan noch ein Konsolenprogramm ohne graphische Oberfläche, das von Hand mit Eingabedateien versorgt werden muß und dessen Ergebnisse Sie per Email einschicken müssen. Dennoch ist der Aufwand Ihrerseits sehr klein, besonders wenn Sie sich Eingabedateien aussuchen, die Ihren Rechner für Wochen beschäftigen. Der Simulator ist so programmiert, daß Sie währenddessen ruhig Ihre täglichen Programme benützen können: Ihre Programme haben immer den Vorrang, der Simulator nimmt sich nur die Rechenzeit, die Sie übriglassen.
Davon abgesehen, daß Sie als Teilnehmer wahrscheinlich Ihren Computer angeschaltet lassen, wenn Sie ihn normalerweise abschalten würden, gibt es keine versteckten Kosten. Die zu übertragenden Dateien sind insgesamt klein und auch dann nur so groß, wie Sie es wollen. Automatische Übertragung von Daten findet überhaupt nicht statt. Sie haben also die vollständige Kontrolle. Eine ausführliche
englischsprachige Anleitung  ist über das Web verfügbar und wird auch mit dem Simulator mitgeliefert. Eine deutsche Zusammenfassung aller wesentlichen Punkte finden Sie auf dieser Site.

Doch was haben Sie davon, wenn Sie mitmachen? Wir können Ihnen nicht die Gelegenheit bieten, 1000 DM zu gewinnen, weil dies ein nicht-kommerzielles Forschungsprojekt ist. (Wenn Sie Geld wollen, sollten Sie zu einem der anderen globalen Rechenprojekte gehen, die welches verteilen. Doch seien Sie gewarnt: So sind noch nicht viele Leute reich geworden.)
Wir laden Sie ein, die Ergebnisse die Sie berechnen zu
personalisieren. So werden Sie auf der Höchstpunktzahlliste aufgeführt, sobald diese erstellt wird. Dort können Sie auch einen Link auf Ihre Homepage setzten.
Viel interessanter dürfte jedoch die Tatsache sein, daß Sie mithelfen, die Prozesse zu verstehen, die so viele Arten auf unserem Planeten bedrohen. Sie stellen sich damit auf die Seite derer, die versuchen, Leben zu retten.

Denken Sie darüber nach und kommen Sie dann mit in das Abenteuer der Suche nach den Geheimnissen der Evolution des Lebens auf unserem Planet Erde.

 

©  by evolutionary-research, letzte Änderung 7 Oktober, 2002. Kontakt

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